04.10.2009 - Uwe Johnson als politischer Schriftsteller

Beginn: 19:30 Uhr
Einrtitt: frei

mit Dr. Ingeborg Gerlach

Uwe Johnson (1934-1984) verließ 1959 die DDR, weil er dort sein Manuskript "Mutmaßungen über Jakob" nicht veröffentlichen konnte. Auch im Westen blieb die DDR sein eigentliches Thema. In seinem vierbändigen Roman "Jahrestage" (1970-1983) beschrieb er das Leben einer Familie in seiner Heimat Mecklenburg unter zwei Diktaturen. Er lässt seine Protagonistin Gesine Cresspahl in die USA auswandern und bringt so die Erfahrungen aus diesem Land, die er selbst gemacht hatte, mit ein. Als utopische Hoffnung setzt er auf den demokratischen Sozialismus des "Prager Frühlings" von 1968, der aber mit dem Einmarsch der Truppen des Warschauer Pakts ein jähes Ende findet.                             
Die Frage, wie sich der einzelne unter den verschiedenen politischen Systemen verhalten kann, ob er sich anpassen muss oder versuchen soll, seine Integrität zu wahren, durchzieht alle Zeitebenen dieses komplexen Romanwerks.

Dr. Ingeborg Gerlach, Lehrerin im Ruhestand, Verfasserin einer Abhandlung über Johnson ("Auf der Suche nach der verlorenen Identität"), von Aufsätzen zu Johnson in verschiedenen Bänden des Uwe-Johnson-Jahrbuchs sowie Mitarbeiterin am Kommentar zu Johnsons "Jahrestagen"
Jonson wäre in diesem Jahr 75 Jahre alt geworden. Mit dieser Veranstaltung soll an den wahrscheinlich bedeutendsten deutschen Romancier der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gedacht werden...


Es wird auch ein etwa 15minütiger Ausschnitt aus einem Film über Uwe Johnson zu sehen sein.

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